Waschen ohne Chemie: Efeu macht’s möglich! Nachfolgend ein kurzer Erfahrungsbericht und ein paar Tipps für nachhaltiges Waschen…

Ausprobieren lohnt sich

In einer Familie mit 2 Kindern, in der zudem noch viel Sport getrieben wird, fällt pro Woche einiges an Wäsche an. Schon lange hatte ich mich nach Alternativen zu den üblichen Waschmitteln umgeschaut. Natürlich gibt es zahlreiche Anbieter von Bio-Waschmitteln, doch diese sind nicht gerade kostengünstig.

Grundsätzlich nutze ich keinen Weichspüler – Abgesehen davon, dass ich den meist sehr unnatürlichen Geruch nicht mag, hat Weichspüler eine Menge Nachteile:

  • Unnötige Chemie, die ins Wasser gelangt
  • Inhaltsstoffe können empfindliche Haut reizen
  • Unnötiger Müll, da in Plastikflaschen
  • Für Sportkleidung ungeeignet; auch verlieren Handtücher ihre Saugkraft.

Pulver oder Flüssigwaschmittel?

Ich nutze beides, je nach Wäschetyp.

Pulver kaufe ich in Großpackungen („Sensitive“, vom Discounter) und nutze immer nur eine kleine Dosiermenge – das funktioniert prima und ich komme mit dem Großkarton ewig aus. Und die Verpackung ist eben aus Karton, der wiederum ins Altpapier kann.

Für bestimmte Wäschesorten kaufe ich jedoch Flüssigwaschmittel, also Plastikflaschen.

Bei uns fällt extrem viel Sportkleidung an. Gerade bei stark verschwitzter Kleidung funktioniert mein Pulverprodukt nicht so gut. Zudem nutze ich spezielle Waschbeutel wegen der Synthetikfasern, die sich beim Waschen herauslösen können. Die Herstellerempfehlung lautet auch hier: flüssig.

Wenn man den Dosierungsangaben auf der Flasche glaubt, sollte diese für 20 Wäschen aushalten, doch nutze ich meist eine geringere Dosierung und komme damit gut klar. Ich denke, hier muss jeder für sich ausprobieren, was passt. Ich habe keinen bevorzugten Hersteller, kaufe aber ausschließlich Bio-Produkte. Es gibt auch Hersteller, deren Flaschen aus Recyclat hergestellt werden, also aus recyceltem Plastik.

Starke Flecken behandle ich mit der klassischen Gallseife am Stück vor. Auch hier denke ich, dass man auf die meisten Produkte und sehr viel Chemie einfach verzichten kann.

100% Natur – zum Nulltarif

Ich hatte schon mehrfach davon gelesen, dass man mit Efeu waschen kann und da in unserem Garten mehr Efeu nachwächst, als uns lieb ist, habe ich es dann irgendwann ausprobiert.

Es gibt im wesentlichen 2 Methoden:

  • Man nimmt ca. 10-15 Efeublätter ohne Stiele, zerkleinert die Blätte durch Zerreißen und packt sie in einen Waschbeutel oder eine alte Socke, die dann zugeknotet wird. Diese wird dann einfach mit in die Trommel gegeben und das normale Waschprogramm läuft ab. Dies ist die Methode, die ich nutze.
  • Man kann aus den Blättern auch ein flüssiges Waschmittel herstellen, welches dann wie andere Waschmittel auch, über die Einspülkammer eingefüllt wird. Dieses bedarf der Vorbereitung des Waschmittels, hat aber den Vorteil, dass die Saponine aus den Blättern mit dem Spülgang aus der Wäsche herausgewaschen werden. Bei der ersten Methode bleiben diese teilweise in den Fasern und das könnte bei empfindlichen Menschen Hautreaktionen auslösen.

Auch hier denke ich, solltet ihr schauen, was für euch am besten paßt – eine Anleitung für die Erstellung einer Flüssigvariante (die man auch aus Spülmittel nehmen kann!) findet ihr bei Smarticular.

Man nimmt in der Regel die größeren, dunkler grünen Blätter.

Das Waschergebnis mit Efeu – egal welche Variante man nutzt – ist jedoch bombig! Die Wäsche riecht auf eine ganz natürliche Art – der Geruch ist schwer zu beschreiben – neutral und trotzdem „frisch“. Dazu kommt das gute Gefühl, keinerlei Chemie verwendet zu haben und das zum Nulltarif!