Als ich nach dem Abi auszog, um zu studieren, gab mir meine Mutter reichlich Geschirr aus ihrem Fundus mit. So konnte ich meine Schränke mit allem Benötigten füllen, ohne dazukaufen zu müssen. Hier und da kamen im Laufe der Jahre weitere Einzelteile dazu und es entstand ein wilder Mix. Diesen habe ich beibehalten und viele der Teile von damals sind auch nach über 20 Jahren noch in Benutzung. Soviel zur Langlebigkeit von Porzellan – da kann Plastik selten mithalten!

Nach wie vor gefällt mir mein individuelles Sammelsurium am besten. „Vintage“ eben… Tatsächlich habe ich niemals in meinem Leben ein komplettes Geschirr gekauft, sondern freue mich über einzelne Teller, Tassen, Kaffeekannen, die im Familien- oder Bekanntenkreis aussortiert werden, oder über einen „Schnapper“ auf dem Trödelmarkt.

Kinder und Porzellan-Geschirr

Ich habe immer gesagt, dass ich niemals meine Kinder ausschimpfen möchte, wenn sie einen Teller zerdeppern. Ich habe ja so viele alte Schätzchen, da ist es nicht schlimm, wenn mal einer kaputt geht. Rückblickend kann ich sagen, dass von den paar Tellern und Tassen, die bislang zerbrochen sind, die meisten auf mein Konto gehen… Meist, weil ich zu hektisch war beim Ein- und Ausräumen der Spülmaschine.

Kinder lernen sehr schnell, Geschirr behutsam zu behandeln. Es gibt keinen Grund, den Kleinsten alles in Kunststoff zu kaufen. Im Gegenteil: Das handelsübliche Melamin-Geschirr ist leider mit vielen bedenklichen Stoffen versetzt, so dass man es auf gar keinen Fall mit warmen oder gar heißen Speisen befüllen sollte. Porzellan ist hier definitiv die bessere Option.

Kaffeekannen

Heutzutage hat die klassische Kaffeekanne längst ausgedient. In Zeiten von Kaffee-Vollautomaten, Pad-Geräten und Kapsel-Maschinen, wird Kaffee einfach tassenweise nach Bedarf portioniert. Wir haben selbst auch einen Vollautomaten und den nutzen wir ausschließlich – auch wenn wir eine große Kaffeetafel sind.

Dennoch habe ich so einige Kaffeekannen im ganzen Haus verteilt und ich finde sie nicht nur schön, sondern auch wirklich praktisch!

Von der Kaffeetafel auf die Fensterbank - Alte Kaffeekannen sind prima als Gießkannen nutzbar - und plastikfrei
Oma’s Kaffeekanne zweckentfremdet
  • In jeder Etage habe ich eine Kaffekanne auf dem Fensterbrett stehen, die als Gießkanne genutzt wird. Ich habe im ganzen Haus ausschließlich weiße und beige Übertöpfe, so dass sich gerade auch die alten, creme-farbenen Kannen mit den teils feinen Mustern, toll einfügen.
  • Neben unserem Kaffee-Vollautomaten steht eine leere Kanne, in der ich immer den Becher vom Spülvorgang der Maschine ausleere. Das gesammelte Wasser nehme ich dann wiederum zum Blumengießen.
  • Eistee – Im Sommer ist Eistee sehr erfrischend. Ich gieße diesen gerne in Porzellankannen auf, denn diese sind ja ohnehin hitzestabil.

Natürlich gibt es noch etliche Einsatzmöglichkeiten für diese alten Schmuckstücke. z.B. als Aufbewahrung für Kordel. Der Anfang der Schnur wird einfach durch den Ausgießer gezogen und das Knäuel kann sich nie wieder verheddern oder gar wegrollen. Habt ihr noch Tipps und Tricks?

„Bring your own cup/plate“

Bei vielen Schul-, Kita- oder auch Pfarrfesten wird es oft schon so gehandhabt, dass die Besucher gebeten werden, ihr eigenes Geschirr mitzubringen. Ich finde das prima und mache dabei gerne mit! Manche Schulen sammeln auch Geschirrspenden von Eltern ein, um bei anfallenden Festen auf Wegwerf-Geschirr verzichten zu können. Wenn ausreichend Lagerraum vorhanden ist, ist auch dies eine tolle Option.

Wenn ihr Reste habt, fragt einfach mal im Bekanntenkreis nach – Geschirr ist zum Wegwerfen viel zu schade!

In diesem Zusammenhang noch ein in besonderer Hinweis hier noch zum Thema Gläser: Trinkgläser darf man nicht im Altglas-Container entsorgen, da Trinkglas eine höhere Schmelztemperatur als Verpackungsglas hat. Beim Glasrecycling würde dieses Glas nicht richtig schmelzen oder verklumpen und den Recycling-Vorgang erheblich stören. Zerbrochene Gläser gehören daher auf jeden Fall in den Restmüll.

Tipp für Meerbusch: Geschirr leihen

Solltet ihr eine private Party planen, aber nicht ausreichend Geschirr besitzen, kann ich euch welches leihen. Gegen eine minimale Aufwandsentschädigung (zzgl. Pfand) verleihe ich einen Teil meines „Sammelsuriums“. So könnt ihr auf Pappteller & Co. getrost verzichten und spart reichlich Müll — und wahrscheinlich sogar auch Geld.

Sprecht mich einfach an!

Titelbild: (c) VIVIANE MONCONDUIT auf Pixabay