Etwas lahmer Titel, oder? Naja, mir ist tatsächlich keine schmissige Überschrift eingefallen, obwohl dem guten alten Einkaufszettel meine vollste Hochachtung gehört. So simpel und doch so praktisch, schützt mich meine Einkaufsliste vor Fehlkäufen, Lebensmittelverschwendung und zuviel Verpackungsmüll. Hier erfahrt ihr, wie…

Planung ist alles!

Wenn ihr ohne Plan (oder noch schlimmer: mit Hunger) in einen Supermarkt geht, dann werdet ihr das Opfer des Moments. Verlockende Angebote, die Neugier auf neue Produkte und euer Appetit füllen euch den Einkaufswagen. Resultat: Der Kühlschrank und der Vorratsschrank sind oft (zu) voll. Man hat mehr im Haus als man zeitnah essen kann und verliert schnell die Übersicht.

Einkaufen unter Zeitdruck ist übrigens gleichermaßen ungünstig. Man läuft in Gefahr, das erstbeste Produkt aus dem Regal zu ziehen, ohne nach nachhaltigeren und weniger verpackten Alternativen zu suchen.

Meine Einkaufsliste(n)

In meiner Küche liegt immer eine offene Liste mit Stift parat, so dass jedes Familienmitglied aufschreiben kann, wenn ich etwas besorgen soll, oder wenn etwas ausgeht.

Diese Liste ist in meinem Fall meistens ein alter Taschenkalender – manchmal auch ein uralter Malblock der Kinder, wenn die Rückseiten unbedruckt sind. Ich beschreibe die Seiten und reiße sie einfach heraus, wenn ich einkaufen gehe. So erfüllen alte Papierbestände noch einen Sinn.

Streng genommen führe ich aber mehr als eine Liste – ich schreibe parallel auf, was ich wo einzukaufen gedenke. Meist kaufe ich im örtlichen Bioladen, manchmal muss ich für ein paar Produkte in einen konventionellen Supermarkt. Viele Dinge kaufe ich auch im Unverpacktladen, für den ich in den Nachbarort fahren muss.

Somit führe ich eine Liste pro Laden. Wenn eine der Listen eine gewisse Länge erreicht hat, mache ich mich auf zum Einkaufen. Ansonsten erledige ich einzelne Besorgungen, wenn ich ohnehin in der Nähe bin. Kurz: Ich vermeide es, für wenige Teile kreuz und quer durch die Gegend zu fahren.

Findet euren Turnus

Den kleinen Einkauf (bei mir fast täglich; vor allem frisches Obst und Gemüse; Milchprodukte) kann ich fußläufig besorgen. Wenn ich aber mit dem Auto fahren muß, dann soll sich das auch „lohnen“.

In den Unverpacktladen fahre ich ca. 1 x im Monat und hier nehme ich meine Batterie an Gläsern und Vorratsbehältern entsprechend meiner Liste mit. Wenn ich dorthin fahre, versuche ich so viele meiner benötigten Produkte in der unverpackten Variante zu erwerben – es macht also auch Sinn, ein paar Extra-Gläser mitzunehmen. Wenn man regelmäßig in die gleichen Läden geht, dann kennt man irgendwann das Sortiment.

Auch wenn „Einkaufsplanung“ nach viel Vorbereitung klingt: Lasst euch nicht abschrecken – so eine „Einkaufsroutine“ spielt sich ganz schnell ein!

Je nachdem, wie euer Alltag getaktet ist, gestaltet sich euer Einkauf. Wenn ihr nicht so oft einkaufen gehen könnt (wegen unregelmäßiger Arbeitszeiten oder schlechter Erreichbarkeit der Einkaufsmöglichkeiten) oder eine große Familie habt, dann ist eine gute Planung umso wichtiger. Es spielt auch eine Rolle, ob ihr alleine einkauft oder andere Familienmitglieder einen Anteil übernehmen. Hier bedarf es etwas mehr Absprache.

Man muss nicht immer alles „da haben“

Wenn ihr selber Eltern seid, kennt ihr das vielleicht: Die Kinder fahren eine zeitlang auf ein bestimmtes Produkt ab – jeden Tag wird danach gefragt. Also kauft ihr davon irgendwann ein paar Stück auf Vorrat – und genau ab dem Tag haben die Kids das Interesse verloren. Besonders super, wenn Mama und Papa dieses Produkt gar nicht mögen.

Nachdem ich ein paarmal in diese Falle getappt war, habe ich meine Einstellung überdacht. Man muss nicht immer alles griffbereit im Kühlschrank haben. Wenn etwas „aus“ ist, dann muss man lernen, sich bis zum nächsten Einkauf zu gedulden.

Was aufgebraucht ist und nachgekauft werden soll, schreiben wir auf. Sobald die Kinder alt genug sind, können sie das selber tun. Mit der Zeit hat man ein gutes Gefühl für die tatsächlich sinnvollen Mengen, so dass man auf übermäßige Vorratshaltung verzichten kann. Zuviel Vorrat bedeutet gleichzeitig weniger Übersicht, die „(Kühl-)Schrankleichen“ (also Lebensmittelverschwendung) sind hier vorprogrammiert.

Digital geht natürlich auch

Auch wenn ich sonst keinen Schritt ohne mein Handy mache, meine handschriftliche Liste ist mir heilig. Ich liebe es, etwas Erledigtes einfach durchstreichen zu können…

Natürlich könnt ihr eure Listen genauso gut digital führen – ob als Notizen auf dem Handy, Fotos or Nachrichten zwischen euch und euren Partnern/Familienmitgliedern in einer „Einkaufs-WhatsApp-Gruppe“ oder in einem beliebigen anderen Format.

Nobody is perfect

Trotz aller Planung ist keiner vor Fehlkäufen gefeit. Wenn ein falsches Produkt gekauft wurde, oder ein Testkauf nicht den Erwartungen entspricht, dann verschenke ich dieses im Freundeskreis. Ungeöffnete Produkte, die noch haltbar sind, kann man auch an die Tafel spenden. Es gibt praktisch keinen Grund, ein Lebensmittel wegzuwerfen.

Wie plant und organisiert ihr euren Einkauf? Ich freue mich darauf, mehr über eure Einkaufs-Routine und eure Einkaufslisten zu erfahren!

Titelbild: Manish Upadhyay from Pixabay