Zum Thema Nachhaltigkeit und Gemeinschaft wollte ich schon lange etwas schreiben. Manchmal dauert es jedoch eine Weile, bis man die Gedanken soweit geordnet hat, dass die Sätze fließen. Und manchmal braucht es einen konkreten Anlaß, um etwas anzugehen.

Diesen kleinen „Anstoß“ bekam ich gestern Abend. Ich hatte das Vergnügen, am Workshop von „Meerbusch goes Future“ in der VHS in Osterath teilzunehmen. Interessierte Meerbuscher waren zum Gedankenaustausch eingeladen und haben gemeinsam mit dem Organisatorenteam (Soroptimist International Club Meerbusch, Kyocera Document Solutions und der Sparkasse Neuss) Ideen zusammengetragen, wie wir hier in Meerbusch das Thema Klimaschutz konkret angehen können.

Im Team arbeiten

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass die Veranstaltung erfreulich gut besucht war. Die Tatsache, dass sich viele Meerbuscher für Nachhaltigkeit und Klimaschutz interessieren und sich einbringen möchten, stimmt optimistisch und macht Mut. Wir sind nicht alleine, sondern es gibt zahlreiche Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten können, um etwas zu bewegen.

Ich selber bin weder in einem Verein, noch in einer Partei organisiert, arbeite jedoch mit Menschen aus verschiedenen Organisationen sowie Einzelpersonen zusammen. Ich habe den Vorteil, dass ich über meinen Blog eine wachsende Anzahl von Menschen erreichen kann und lerne ständig neue Leute kennen.

Vielen anderen geht es nicht so. Viele möchten gerne aktiv Umweltschutz betreiben, aber es fehlt an Unterstützung oder Anleitung. Vieles geht in Gemeinschaft leichter von der Hand und man kann sich gegenseitig besser motivieren. Daher sind Termine wie die gestrige Veranstaltung von Meerbusch goes Future immens wichtig.

Kommunikation und Austausch

Was sich gestern Abend auch ganz klar herausstellte, ist der hohe Bedarf an Kommunikation. Viele der Ideen, die gestern zusammengetragen wurden, werden schon (zumindest in Ansätzen) in Meerbusch durchgeführt, aber längst nicht jeder Bürger unserer Stadt verfügt über diese Informationen.

Punktuell sind verschiedene Aktionen und Projekte bekannt, aber erst dadurch, dass die Initiatoren sich vernetzen und Informationsveranstaltungen wie die gestrige ermöglichen, haben wir die Chance, ein breiteres Publikum in unserer Stadt zu erreichen.

Ein gutes Beispiel sind die offenen Bücherschränke in Meerbusch. Eine Dame erzählte gestern, dass sie ihre gelesen Bücher nach Düsseldorf bringen würde und gerne sähe sie einen Bücherschrank in Meerbusch. Nun weiß sie, dass es in Meerbusch bereits in jedem Stadtteil solche Schränke gibt!

Ein gutes Gefühl

Gemeinschaft bietet Bestätigung und Information, aber auch Wohlbefinden. Gemeinsam an einem Projekt und für ein nachhaltiges Ziel zu arbeiten, macht richtig Freude. Auch für Alleinstehende, besonders im Alter, sind Umweltprojekte eine tolle Möglichkeit, sich einzubringen und generationenübergreifend neue Kontakte zu knüpfen. Gerade aber auch für jüngere Menschen, die mitten im Berufsleben stehen, sind Streß, Burnout und mentale Gesundheit immer wieder ein Thema. Hier kann die gemeinsame Arbeit für die Natur durchaus positive Wirkung zeigen.

Die Engländerin Jennah Brimacombe hat sich dem Thema mit einer kleinen Untersuchung in Zusammenhang mit Strand-Cleanup angeommen – den Artikel findet ihr hier.

Wir, viele, alle

„Was kann ich allein schon tun?“ fragen viele. Klar, aus globaler Sicht wiegt der eine gesparte Coffee-to-go-Becher oder die eine abgelehnte Einwegtüte nicht viel. Aber: Umweltschutz beginnt im Kleinen, bei uns zu Hause und im Freundeskreis. Durch unser Vorleben und den Austausch unserer Erfahrungen können wir andere inspirieren und finden hoffentlich Nachahmer.

Wir brauchen nicht ein paar „perfekte Umweltschützer“, sondern eine Stadt, ein Land, eine Welt, in der jede(r) beginnt, Stück für Stück Verantwortung zu übernehmen.

Natürlich stehen wir vor globalen Problemen, bei denen die Politik gefordert ist. Aber wir alle zusammen haben die Macht, Veränderungen zu fordern und anzustoßen. Lasst uns einfach mal loslegen – gemeinsam, und nicht nur in Meerbusch!

Ausblick: EWAV2021

Übrigens: Das Motto der diesjährigen Europäischen Woche der Abfallvermeidung lautet Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit!“. Auch in diesem Jahr werde ich mit beteiligen, aber nicht alleine… Die Planung läuft auf Hochtouren und bald erzähle ich euch mehr – Seid gespannt!

Titelbild: Erika Varga auf Pixabay