Keine Frage – die meisten von uns genießen einen Schaufensterbummel durch die Innenstadt und vor allem wir Frauen gehen auch gerne in die Geschäfte hinein… Wir schätzen den lokalen Einzelhandel und möchten ihn unterstützen. Der Onlinehandel wird allgemein als Konkurrenz angesehen und verteufelt.

Doch gerade in der aktuellen Corona-Situation zeigt sich, dass On- und Offline-Mechanismen prima verknüpfbar sind. Schon eine kleine Web-Präsenz und/oder ein Social Media Konto helfen, den Kontakt zur Kundschaft während eines Lockdowns aufrecht zu erhalten und Umsatz zu generieren.

Warum kaufen wir online?

Die Gründe für’s Online Shopping sind vielfältig und meist bestimmt durch die individuelle Lebenssituation.

  • Warenangebot ist nicht lokal verfügbar, z.B. in ländlichen Regionen oder bei speziellen Waren
  • Man hat keine Zeit – berufliche und familiäre Gründe, Schichtarbeit und Co. kollidieren mit den Öffnungszeiten
  • Mangelnde Mobilität.

Nur der 4. Grund – Bequemlichkeit – ist in meinen Augen diskussionswürdig…

Online hat viele Facetten

Onlineshopping ist nicht zwangsläufig schlecht und hinter vielen Shops steht ein seriöser Betrieb, der Arbeitsplätze stellt. Onlineshopping ist kein Synonym für Amazon; aber selbst auf Amazon finden wir Einzelhändler, die versuchen, ihr stationäres Geschäft zu ergänzen.

5 Tipps für die „Grautöne“

Nicht alles ist schwarz oder weiß, doch wie navigiere ich die Nuancen von Grau für eine möglichst nachhaltige Kaufentscheidung?

  1. Bevor ich online einkaufe, stelle ich mir die Frage, ob ich die gesuchte Ware nicht auch vor Ort erhalten kann. Hier frage ich auch gerne in meinen sozialen Netzwerken nach Tipps und Empfehlungen.
  2. Wenn Zeit der große Faktor ist: Sprecht mit dem Einzelhändler eures Vertrauens! Ob Click & Collect, Vorbestellung eurer Lebensmittel oder eigener Lieferservice – lokale Einzelhändler, die „auf Zack“ sind, bieten oft mehr Service als man glaubt. Nachfragen lohnt sich, wenn man Warteschlangen und Wege reduzieren möchte!
  3. Ein großes Problem im Onlinehandel sind die Retouren – diese gilt es zu vermeiden.
    Bei Kleidung: Kann ich davon ausgehen, dass die Ware passt? Wenn ich die Marke und Passform kenne, ist die Gefahr einer Retoure geringer. Ich lese mir Beschreibung und Rezensionen genau durch, damit ich alle wichtigen Informationen zum Produkt habe.
  4. Ich schaue mir den Shop (oder den Händer bei Amazon) genau an. Wer steckt dahinter? Versender aus Fernost erkennt man meist schon an den seltsam anmutenden Beschreibungstexten und nicht zuletzt am Namen des Verkäufers. Wenige Zusatzklicks reichen oft aus, um mehr über den Händler zu erfahren. Fehlen wichtige Angaben zu Firmensitz und Kontaktangaben im Impressum, sollte man die Finger vom Shop lassen.
  5. Verpackung und Versand – Müllreduktion ist wichtig. Gibt es Angaben, über die Versandart? Plastikfreier Versand, Recyclingverpackung, klimaneutraler Versand – viele Händler werben bereits mit nachhaltigen Optionen. Im Zweifelsfall: Nachfragen! Die Händler sollen ruhig verstehen, worauf wir Verbraucher Wert legen.

Ich hoffe, diese Tipps regen zum Nachdenken und Ausprobieren an. Natürlich bestelle ich online (nicht zuletzt meine Naturkosmetik – Werbung), aber ich gehe dabei sehr selektiv vor. Und ich kann tatsächlich an einer Hand abzählen, wie oft ich etwas zurückgeschickt habe, was nicht defekt war.

Ich bin gespannt auf eure Meinungen zu dem Thema!

Titelbild: planet_fox auf Pixabay