Ein Grund, warum wir in unserem 4-Personen-Haushalt relativ wenig Müll produzieren, ist sicherlich die Tatsache, dass ich so unverpackt wie möglich einkaufe.

Wir in Meerbusch haben das Glück, sogar mehr als einen Unverpacktladen in der Nähe zu haben. Aber auch wenn dies bei euch nicht so ist, könnt Ihr beim „regulären“ Einkauf viel Müll einsparen, indem ihr ein paar Dinge beachtet.

Ein ganz wichtiger Punkt ist dabei das Thema Mehrwegsysteme. Wo immer es geht, bevorzuge ich Mehrwegverpackungen, und es ist schön zu sehen, dass es davon – nicht nur in den Biomärkten – immer mehr in den Regalen gibt.

Verzicht auf Getränkekartons

Ich kaufe grundsätzlich keine Produkte in Getränkekartons. Diese Verpackungen nehmen nicht nur viel Platz in der Mülltonne weg, sondern sind auch kaum recyclingfähig. Da sie aus einer Kombination verschiedenster Materialien hergestellt werden, sind diese schwer oder gar nicht zu trennen. Somit landet der Karton letztendlich in der Müllverbrennung.

Glas ist hier die bessere Alternative, denn dieses kann gut recycelt werden. Besser ist aber meiner Ansicht nach die Mehrwegflasche aus Glas, denn diese kann im Schnitt bis zu 50x wiederverwendet werden, bevor sie eingeschmolzen wird.

In der Vergangenheit wurde schon oft diskutiert, ob Kartons aufgrund ihres geringeren Gewichts und dem damit geringeren CO2-Verbrauch beim Transport nicht umweltfreundlicher seien als Mehrwegflaschen.

Da jedoch keines der für uns relevanten Produkte in diesen Verpackungen überhaupt aus dem entfernteren Ausland kommt, stellt sich diese Frage für mich gar nicht. In diesem Artikel auf Utopia wird die Thematik TetraPak oder Glasflasche gut zusammengefaßt.

Ausnahmsweise…

Natürlich gibt es auch bei mir Ausnahmen – Wenn z.B. der Liter Milch das Ablaufdatum erreicht hat und mit 25% oder gar 50% Rabatt angeboten wird, dann schlage ich wohlkalkulierend auch bei Kartons zu…. Die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung hat hier Priorität.

Solltet ihr bei einem Getränkekarton einen kleinen Schraubdeckel aus Plastik vorfinden oder ein kleine Lasche, die ihr abziehen könnt, dann entsorgt diese bitte einzeln in die gelbe Tonne bzw. den gelben Sack. Sortiermaschinen können diese kleinen Plastikteile nicht vom Karton trennen. Wenn ihr aber diesen Schritt im Vorfeld übernehmt, können zumindest diese kleinen Teile dem Kunststoff-Recycling zugeführt werden.

Mehrweg-Liste

Was gibt’s denn alles in Mehrwegflaschen oder -gläsern zu kaufen? Wie schon oben erwähnt, nimmt das Angebot nach meinem persönlichen Empfinden stetig zu. Hier ein paar Produktgruppen – vielleicht mögt ihr beim Händler eures Vertrauens Ausschau halten oder einfach mal nachfragen!

  • Milchprodukte
    Hier ist die Auswahl sehr groß, und das nicht nur im Bio-Segment. Milch, Joghurt, Sahne sind sehr weit verbreitet. Quark findet man eher selten im Mehrwegglas. Übrigens gibt es Joghurt in Gläsern und in Flaschen – letztere habe ich getestet und finde sie nicht so gut, denn sie sind schwer komplett zu entleeren (Verschwendung…). Übrigens: Ich spüle die Flaschen und Gläser nicht allzu sorgfältig aus – gereinigt werden sie später ohnehin. Es macht allerdings Sinn, grobe Reste zu entfernen, damit kein Schimmel entsteht…
  • Pflanzendrinks
    In diesem Jahr (2020) kam der erste Hersteller mit Haferdrink in Pfandflaschen aus Glas auf dem Markt – Wunderbar, dass sich dort endlich etwas getan hat!
  • Wein
    Auch Weine gibt es in Pfandflaschen – meist in Bioläden. Mein Tipp wäre auch, einfach beim Fachhändler nachzufragen, ob seine Lieferanten Flaschen zurücknehmen. Manche Winzer, die Privathaushalte direkt beliefern, nehmen ihre Flaschen auch gerne zurück.
  • Honig
    Wer seinen Honig beim Imker direkt – und damit regional – kauft, weiß nicht nur, wo der Honig herkommt, sondern kann die Gläser auch meist wieder dort zurückgeben.
  • Ketchup
    Auch diesen gibt’s in Pfandflaschen, allerdings meiner Erfahrung nach bislang nur im Biomarkt.
  • Nüsse und Tees
    Auch hier gibt’s in meinem örtlichen Biomarkt seit diesem Jahr ein ganzes Regal. Die Nüsse sind nicht ganz preiswert, aber sehr ansprechend aufgemacht – meiner Ansicht nach eine tolle, nachhaltige Geschenkidee.
  • Getränke, divers
    Im Getränkemarkt sollte jeder fündig werden – Wasser, Limonade, Bier – die Auswahl ist riesig. Auf Plastik-Mehrweg verzichten wir nach Möglichkeit, aber auch hier gilt: Besser Mehrweg als Einweg.
  • Kosmetik
    RINGANA (***WERBUNG***) aus Österreich sind hier als Vorreiter zu nennen – Für 10 geleerte und retournierte Glasflacons aus der Gesichtspflege-Serie erhalten Kunden ein neues Produkt nach Wahl. Die Glasbehälter werden gereinigt und wiederverwendet. Als selbständige Frischepartnerin für diese Marke kann ich euch dazu weiter informieren – meldet euch gerne.
    Mich würde es nicht wundern, wenn mittlerweile andere Hersteller mit ähnlichen Konstrukten nachgezogen sind. Ich kenne (noch) keinen, aber vielleicht habt ihr Infos? Nutzt einfach die Kommentarfunktion…
  • Gastronomie
    Auch in der Gastronomie gibt es viele interessante Ansätze für Mehrweg-Transportbehältnisse. Die Corona-Krise hat der Entwicklung in diesem Bereich möglicherweise einen Dämpfer verpaßt, aber gerade durch den Anstieg von Transport- und „To Go“-Verpackungen in den letzten Monaten sollten wir uns nun um neue, nachhaltigere Ansätze bemühen.

Wenn ihr Ideen habt, interessante Links zu neuen Systemen oder Herstellern wißt oder tolle nachhaltige Produkte mit Mehrwegoption kennt, dann würde ich mich über eure Hinweise freuen.

Titelbild: (c)  S. Hermann & F. Richter auf Pixabay