Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, mich mit Elke Mertens zu unterhalten, die 2018 mit ihren erwachsenen Kindern den „Meerbuscher Aktionskreis für Tierrechte und Naturschutz“ gegründet hat.

Diese Gruppe engagierter Meerbuscher begleitet die jährliche Amphibienwanderung an der Broicherseite und rettet jedes Jahr tausende von Kröten, Fröschen und Molchen.

Wie kam es zur Gründung des Aktionskreises?

Der Anlass war, dass Frau Merten’s Sohn ihr sagte, dass an der Broicherseite unzählige Kröten überfahren worden seien. Daraufhin hat sie sich die Situation selber angesehen und war entsetzt. Also beschloß sie zunächst – zusammen mit ihrem Sohn und ihrer Tochter, der Kaarster NABU-Gruppe zu helfen, die dort schon jahrelang sammelte.

Im Jahr darauf, 2019, war der Meerbuscher Aktionskreis dann mit 28 Aktiven am Start und rettet seitdem Amphibien gezielt von der Straße, bevor sie von Autos überfahren werden. Gleichzeitig wurde der Aktionsradius optimiert, denn das bisher „besammelte“ Straßenstück war nur ein Teil des Problems.

Wo findet die Krötenwanderung statt?

Die jährliche Amphibienwanderung von Kröten, Molchen und Fröschen spielt sich an der Broicherseite (zwischen Landstraße L30 und Meerbusch) und auf dem Seitenstreifen an einem Teilstück der Landstraße L30 ab.

„Das heißt, wir sammeln die Amphibien, die nach dem Winter zu ihren Laichplätzen wandern, von der Straße Broicherseite bzw. dem Seitenstreifen an der L30 auf und bringen sie in Wassernähe, bevor sie überfahren oder totgetreten werden. Die Hinwanderung zum Wasser, die dieses Jahr bereits am 31. Januar 2020 begann, ist fast abgeschlossen, und jetzt läuft die Rückwanderung in den Wald“, berichtet Frau Mertens.

Helfer gesucht!

In der Hochsaison der Hinwanderung – Februar und März – waren 26 Aktive im Einsatz. Jetzt, wo an den trockenen, warmen Abenden nur noch ca. 60 Kröten pro Abend die Broicherseite überqueren, sind acht Aktive abends unterwegs, eine/einer fährt die Landstraße ab.

Die nächste Herausforderung steht bevor, wenn es bei den warmen Temperaturen abends regnet, denn erst dann kommen viele Frösche hervor und auch sehr viele Jungtiere (Kröten, Molche, Frösche), die die Straßen überqueren.

„Wir freuen uns somit über jeden, der uns tatkräftig unterstützen möchte“, berichtet Elke Mertens.

Was benötigen die Helfer?

Amphibien laufen ab Einbruch der Dunkelheit, sodass man zum „Krötenretten“ eine helle Taschenlampe und eine Sicherheitsweste braucht, und natürlich einen Eimer. Man benötigt zudem Einmalhandschuhe zum Schutz der empfindlichen Amphibienhaut. Wenn es regnet, laufen Kröte & Co. am liebsten, sodass man auch auf nasse Einsätze vorbereitet sein sollte (Regenkleidung, Gummistiefel).

Wie ist der Ablauf?

„Im Moment beginnen unsere Einsätze um 20.30 Uhr. Die erste Stunde nach Einbruch der Dunkelheit ist sehr wichtig, denn da laufen die meisten Amphibien los. Wer also einen Abendspaziergang mit Artenschutz verbinden möchte, dem stehen 2 Kilometer Broicherseite, der dazu gehörende Mankartzweg (500 Meter) oder der 2 km lange Teilabschnitt an der Landstraße L30 zur Verfügung.

Zur besseren Planung haben wir die Broicherseite in acht ca. 250 Meter lange Abschnitte eingeteilt, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad betreut werden. Die besteht auch keine Gefahr, sich bei dieser Tätigkeit mit Corona anzustecken, weil wir weit voneinander entfernt arbeiten und direkter Kontakt nicht nötig ist.

Einteilung der Amphibien-Sammelabschnitte an der Broicherseite
Einteilung der Sammel-Abschnitte an der Broicherseite

Wir teilen alle Helfer ein. Vorlieben, wo jemand laufen oder mit dem Rad fahren möchte, berücksichtigen wir natürlich. Die Einteilung erfolgt so, dass alle acht Abschnitte an der Broicherseite abgedeckt sind.

Um den Seitenstreifen der Landstraße effizient abdecken zu können, haben wir leider zu wenig Aktive; meistens fahren ein oder zwei von uns mit dem Rad die Teilstrecke von 2km ab, aber da werden immer noch zu viele Tiere überfahren. Auch da können wir dringend Verstärkung gebrauchen!

L30 und Niederdonker Straße
L30 und Niederdonker Straße

Wenn im Mai / Juni die Jungtiere aus dem Wasser kommen und an Land gehen, begleiten wir diese Wanderung ebenfalls. Somit sind wir noch drei Monate unterwegs, wenn auch nicht mehr jeden Abend.“

Kontakt

Wer sich das Ganze vor Ort anschauen möchte oder Fragen hat, kann sich bei Elke Mertens per über die Facebook-Seite des Aktionskreises melden.

Da ich selbst als Jugendliche mit meiner Familie eine solche Aktion am Niederrhein über Jahre begleitet habe (meine Eltern haben erst kürzlich aus Altersgründen ihre aktive Tätigkeit beendet), ist es mir ein Anliegen, diese Initiative mit etwas „Publicity“ zu unterstützen.

Leider bin ich momentan zeitlich sehr eingeschränkt, hoffe aber, im nächsten Jahr (und in den Ferien mit der ganzen Familie), aktiv mitmachen zu können.

Krötenretten ist direkter Artenschutz und jeder Helfer rettet Leben!