Gerne weise ich heute auf eine Aktion der BUND Ortsgruppe Meerbusch hin, die auf ein ganz wichtiges Thema aufmerksam machen soll. Vielen – egal ob Raucher oder Nichtraucher – ist es nicht bewusst, welchen Schaden achtlos weggeworfene Zigarettenkippen anrichten können!

Typische Schandflecke

Leider findet man sie überall im Stadtbild: Zigarettenkippen. Man braucht noch nicht einmal genauer hinsehen – denn es gibt klassische „Hotspots“, an denen sie immer im Rudel auftreten.

Meist an Haltestellen oder auf Parkplätzen. Aber auch auf Baumscheiben, in Grünanlagen, am Rheinufer und auf den Deichen. Leider oft auch auf öffentlichen Spielplätzen.

Häufig befindet sich sogar ein Abfallbehälter in der Nähe. Beim letzten Saubertag fand die BUND Ortsgruppe um jede Bank auf dem Deich herum im Schnitt 45 Zigarettenstummel. Dabei war die Außen-Saison im März kaum gestartet.

Nicht nur unschön…

Nachlässigkeit oder fehlendes Umweltbewusstsein? Oft ist es auch Unwissenheit. Vielen ist nicht bekannt, dass ein weggeworfener Stummel im Grunde Sondermüll ist. Weltweit landen geschätzt jährlich 4,5 Billionen Zigarettenkippen in der Umwelt.

Die enthaltenen Gifte, u.a. Nikotin, Arsen, Cadmium, Benzol, Blausäure und Dioxin gelangen in Böden und Gewässer und ihr Schaden an Pflanzen und Tieren kann bis zum Tod reichen. Ein Zigarettenstummel verunreinigt 40 Liter Grundwasser; ein einziger Stummel in 1 Liter Wasser kann Fische innerhalb von vier Tagen töten.

Mit dem ersten Regen wird der Großteil der Gifte in die Umwelt gespült. Der Kunststofffilter zerfällt in einem oft jahrelangen Prozess zu Mikroplastik.

Konzepte gegen Kippen?

Die Strategien im Umgang mit diesem Problem reichen von Sensibilisierung und mehr öffentlichen Mülleimern bis zur Verhängung von Bußgeldern. Die Stadt Meerbusch verlangt 60,- Euro für eine weggeworfene Kippe. Die Umsetzung von Bußgeldern steht auf einem anderen Blatt.

Fakt ist: Das achtlose Wegwerfen ist kein harmloses Kavaliersdelikt, sondern eine gravierende, aber sehr leicht vermeidbare Umweltbelastung.

Ich teile diese Infos des BUND sehr gerne, denn ich bin der Meinung, dass wir auf solche Probleme immer und immer hinweisen müssen, auch wenn es sich teilweise anfühlt wie ein Kampf gegen Windmühlen!

Jeder kann etwas tun!

Natürlich schreiben wir niemandem vor, ob er rauchen darf oder nicht. Vielmehr möchten wir auf die Problematik dieser kleinen Gift-Zwerge hinweisen und euch dazu animieren, beim Aufräumen zu helfen und anderen Menschen davon zu erzählen.

Vielleicht habt ihr schon in der Presse davon gelesen: Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai, rückt der Meerbuscher BUND das Problem mit der Aktion „Kippen-Challenge“ in den Fokus: Jeder Meerbuscher kann im Laufe des Monats Juni weggeworfene Kippen aufsammeln.

Wer mindestens 50 Kippen in einem verschlossenen Beutel oder verschließbaren Behälter bis Ende Juni in der Witzfeldstr. 68 in Meerbusch-Büderich abgibt, nimmt an einer Verlosung teil. Zu gewinnen sind Exemplare des Buches „Besser leben ohne Plastik“ und Fahrradklingeln.

Die eingesammelten Kippen werden über die Firma tobacycle ordnungsgemäß als Sondermüll entsorgt. Firmen, die Interesse an der Sammel-Aktion für rauchende Mitarbeiter haben, werden aufgefordert, sich direkt mit tobacycle in Verbindung zu setzen.

Bei Fragen oder für weitere Informationen über unsere sehr aktive BUND Ortsgruppe in Meerbusch, wendet Euch doch einfach an Dr. Andrea Blaum – Kontaktdaten in diesem Link!

Titelfoto: (c) Andrea Blaum – aufgenommen an einer Baumscheibe am Deutschen Eck in Büderich.