Einen Baum zu pflanzen ist gar nicht so schwer, auch wenn man selber keinen Garten besitzt. In Meerbusch gibt es zum Beispiel das „Bürgerwäldchen“.

Baumspenden in Meerbusch

Bereits seit 1998 werden in Meerbusch jährlich freie Flächen mit Baumspenden von Meerbuscher Bürgern bepflanzt. Die Patenschaften kosten derzeit 60,00 EUR pro Baum und man erhält eine Urkunde mit individueller Widmung, so dass eine Baumspende auch eine beliebte Geschenkidee zu Geburtstagen, Geburten oder Hochzeiten ist.

Eine der zwei Winterlinden, die ich für das Bürgerwäldchen Meerbusch gespendet habe

Auch ich habe bereits einige Bäume an meine Lieben „verschenkt“. In diesem Jahr habe ich zwei Winterlinden für meine Kinder gekauft. Daher war ich am vergangenen Samstag auch bei der offiziellen Übergabe durch Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage am Hülsenbuschweg in Büderich dabei. Die Pflanzung in diesem nunmehr 5. Pflanzabschnitt war schon vor Monaten erfolgt, doch die Übergabe musste Corona-bedingt in den August verschoben werden.

Perfektes Timing: Der neue Termin fiel exakt auf den „Earth Overshoot Day“ am 22. August 2020. Aus diesem Anlaß möchte ich schnell ein paar Zeilen – und Ideen – zum Thema Bäume pflanzen loswerden…

Mehr Bäume für besseres Klima

Aufforstung ist ein Schlüsselwort in der Klimadebatte, gleichzeitig ist es aber auch „nur“ die Second Best Lösung. Vielmehr sollte es unser Ziel sein, bestehende Waldgebiete zu schützen. Die Abholzung des Regenwaldes in Südamerika stellt eine massive Bedrohung für unser Klima da – da wirken unsere liebevoll gewidmeten Bäume im Bürgerwäldchen eher wie der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein.

Gleichzeitig wehre ich mich gegen Aussagen wie „ich kann eh nichts tun“. Natürlich zählt jeder Baum, jede grüne Fläche im Stadtgebiet und jede Form der Unterstützung, die ihr dem Umweltschutz entgegenbringt.

Hier ein paar lokale Ansatzpunkte:

  • Lokale Pflanzprojekte, wie z.B. das Meerbuscher Bürgerwäldchen. Die Stadt Meerbusch wird den nächsten Pflanzabschnitt rechtzeitig in der Presse ankündigen, so dass ihr euren eigenen Baum erwerben könnt.
  • Im eigenen Garten: Lasst euch beraten, welche Art Bepflanzung für euren Garten passend ist. Je nach Größe und Zeitaufwand, den ihr aufbringen könnt, kann euch ein Profi eine passende Gestaltung empfehlen. Schottergärten (die übrigens in Baden-Württemberg kürzlich verboten wurden) sind nicht so pflegeleicht, wie manche glauben wollen! In Meerbusch gibt es eine relative junge Vorschrift, dass neu gebaute Flachdächer begrünt werden müssen. Find‘ ich gut… und würde mir wünschen, dass es Entsprechendes für (Vor-)gärten gäbe.
  • Pflegt die Bäume im öffentlichen Straßenraum. Gerade in unseren aktuell heißen Sommern haben unsere Straßenbäume sehr zu kämpfen. Aktionen, wie die kostenlose Ausgabe von Wassersäcken sind eine schöne Maßnahme, die in unserer Stadt offenbar auch sehr gut ankam!

Überregionale Projekte

  • „Für jeden Kauf von XYZ pflanzen wir einen Baum“ – Bäume pflanzen trifft den Nerv der Zeit und so haben viele Unternehmen die Thematik in ihrem Marketing aufgegriffen. Hier gilt es zu unterscheiden, ob „Greenwashing“ betrieben wird oder tatsächlich ein sinnvolles Aufforstungsprojekt dahintersteckt.
  • Es gibt aber auch Möglichkeiten der indirekten Unterstützung, die euch erstmal keinen einzigen Cent aus der Tasche ziehen. Die Nutzung der Internet-Suchmaschine Ecosia ist ein gutes Beispiel. Probiert’s einfach mal aus.
  • Es gibt zahlreiche Umweltschutzorganisationen, doch wie kann ich erkennen, welche tatsächlich sinnvoll arbeiten und vertrauensvoll sind? Hier hilft nur Recherche. Einen guten Einstiegsartikel findet ihr bei Utopia.

Bestandsschutz

Last but not least, ein kleiner Appell, eure Konsumgewohnheiten zu hinterfragen. Ich möchte niemandem vorschreiben, vegetarisch oder vegan zu leben, aber wenn wir weniger tierische Produkte und nachhaltiger erzeugte tierische Produkte konsumieren, dann kommen wir in Sachen Klimaschutz schon einen großen Schritt weiter:

  • Vermeidet Fleisch aus Südamerika. Regenwald wird u.a. abgeholzt, um neue Weideflächen zu schaffen.
  • Vermeidet Fleisch aus jeglicher Massentierhaltung. Abgesehen vom unsagbaren Tierleid in der Massentierhaltung, wird vor allem auch billiges Soja aus Übersee verfüttert. Ja, und für diese Anbauflächen wird Regenwald abgeholzt.
  • Meidet Palm- und Kokosöl, denn auch für diese Plantagen wird Regenwald großflächig abgeholzt. Es gibt diese Produkte auch aus nachhaltigem Anbau, auf diese könntet ihr gegebenenfalls zurückgreifen.