Keine Frage – Nachhaltigkeit ist „In“ und die Nachfrage nach „grünen“ Produkten steigt an. Leider findet man auch viele Anbieter im Netz, die dies für ihre Geschäfte ausnutzen und ganz freches „Greenwashing“ betreiben. Man findet irreführende Werbeanzeigen, dubiose Onlineshops und massenweise Produkte, die nicht halten, was sie versprechen.

Wie ich schon in einem früheren Artikel geschrieben hatte, gibt es Situationen, bei denen ein Online-Einkauf nicht zu umgehen ist. Gerade im Bereich Fair Fashion hinkt der stationäre Einzelhandel vielerorts hinterher. Und während wir in Meerbusch bereits ein gutes Angebot an Bioläden und Unverpackt-Angeboten haben, ist das in manchen Gegenden noch lange nicht der Fall.

Wenn ihr also nachhaltige Produkte im Internet kaufen möchtet, schaut euch das Angebot genau an!

Vorsicht bei Social-Media-Anzeigen

Facebook-Anzeigen werden exakt nach deinen persönlichen Interessen ausgespielt. Folgst du beispielsweise Seiten zum Thema Umweltschutz, werden dir auch viele Anzeigen mit mehr oder weniger umweltfreundlichen Produkten angezeigt.

Besonders beliebt sind T-Shirts mit Weltretter-Sprüchen – oft wirklich witzige Slogans, die einem Glauben machen, man würde durch den Kauf eine guten Sache unterstützen. Oft genug jedoch steckt dahinter eine rein kommerzielle Intention und die T-Shirt-Ware, die bedruckt wird, ist genau die billige Massenware, auf die auch viele Werbeshirts gedruckt werden. Nachhaltig sind diese nicht!

Längst findet man auf Facebook & Co. nicht nur Anzeigen heimischer Anbieter, sondern auch in Fernost hat man die Relevanz der Thematik erkannt…

Dubiose Shops

Ich habe schon reichlich Fashion Shops gefunden, deren Angebot den Stil nachhaltiger Labels sehr gut kopiert. Die Bilder sehen toll aus, aber bei den Preisen stutzt man schnell (kann so billig nachhaltig sein?), dann stolpert man meist über schlechte Übersetzungen in den Beschreibungen und sucht vergeblich nach einem Impressum. Also: Finger weg. Das ist definitiv nicht nachhaltig, und oft noch nichtmal seriös!

Lest Euch ruhig auch die Beurteilungen durch – es ist meist ein wildes Gemisch aus „Ware ist nie angekommen“ bis zu „Tolles Produkt“. Achtung: Bewertungen kann man kaufen… ich tendiere dazu, den negativen Bewertungen mehr Beachtung zu schenken, als den positiven….

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Gerne werden einem auch Produkte als nachhaltige Innovationen verkauft – aber lasst euch nicht aus eurer guten Absicht zu Impulskäufen hinreißen! Beipiele von Produkten, deren Anzeigen ich immer wieder sehe, sind:

  • Wiederverschließbare Silikonbeutel zur Vorratshaltung: Braucht kein Mensch! Ein altes Schraubglas hat viel mehr Vorteile, kostet nichts und lässt sich recyceln. (Silikon ist da ein ganz anderes Thema)
  • Silikonhäubchen statt Frischhaltefolie. Gleiches Thema…. Warum nicht ein Bienenwachstuch verwenden oder einfach die angeschnittene Paprika in einer Vorratsdose in den Kühlschrank legen?
  • „Plastikfrei“ als Slogan für „Bioplastik“ – also Kunststoffe auch nachwachsenden Rohstoffen. Prima, kein Mineralöl verwendet – aber die Einwegflasche für das hippe neue Getränk ist damit noch nicht umweltfreundlich… Einweg bleibt Einweg und Bioplastik ist im Endeffekt auch Plastik, kann aber beim Recycling Probleme machen.

Dies sind nur ein paar Beispiele, wie uns oft online Nachhaltigkeit vorgekaukelt wird – Genaues Hinschauen ist wichtig!

Nachfragen beim lokalen Händler

Letztendlich finde ich das Einkaufen vor Ort eh immer noch am schönsten. Ich möchte die Ware sehen, anfassen oder anprobieren, bevor ich sie kaufe. Daher empfehle ich immer, bei den Händlern vor Ort ruhig die Nervensäge zu spielen.

Ihr sucht ein bestimmtes, nachhaltiges Label oder Produkt? Auch wenn ihr vermutlich wisst, dass es dies in eurem Ort nicht gibt, fragt trotzdem nach. Die Händler kaufen das ein, von dem sie denken, dass eine Nachfrage besteht.

Wenn ihr euch nicht meldet, wird sich nichts ändern.

Titelbild: Goumbik auf Pixabay