Im Juni 2020 sind wir in Meerbusch mit den Boomerang Bags gestartet – mit den 12 ersten Taschen bei 2 Einzelhändlern in Büderich. Seitdem hat sich viel getan und mittlerweile sind weit über 500 Taschen in unserer Stadt in Umlauf. Eine gute Gelegenheit, nochmal alles Revue passieren zu lassen und häufig gestellte Fragen zu beantworten!

Nachdem ich die Infos hier auf meinem Blog veröffentlicht hatte, haben sich ganz schnell weitere Näherinnen gemeldet. Gleichzeitig wurden immer neue Stoffspenden angeboten und interessierte Einzelhändler kamen hinzu.

Viel Aufmerksamkeit wurde uns auch von der lokalen Presse geschenkt und im Januar 2021 waren die Boomerang Bags Meerbusch sogar im Fernsehen: Es gab einen ausführlichen Bericht in der WDR Servicezeit. Auch im Umweltkalender 2021 der Stadt Meerbusch findet ihr Infos zu den Boomerang Bags auf der Rückseite des Monats September.

Nachmachen erwünscht!

Vor allem seit dem Beitrag im WDR häufen sich die Anfragen von begeisterten Leuten aus ganz NRW, die in ihrer Stadt eine Boomerang Community starten möchten. Wunderbar – je mehr mitmachen, umso besser für uns alle.

Alle notwendigen Infos findet ihr auf http://boomerangbags.org, oder ihr kommt in unsere Meerbuscher Boomerang Bags Gruppe auf Facebook. Gerne geben wir Starthilfe und teilen unsere Erfahrungen.

Soweit ich das sehen konnte, haben sich seit dem Bericht mindestens 3 neue Teams offiziell registriert und ich stehe ich Kontakt mit 2 weiteren Damen vom Niederrhein und im Sauerland, die vor Ort noch nach Mitstreitern suchen, aber solange erstmal für uns in Meerbusch mitnähen.

Und die Hygiene?

Wir sind inmitten einer Pandemie gestartet und ich hatte damit gerechnet, dass mehr Leute Bedenken wegen Corona äußern würden. Dies ist bislang allerdings nur sehr selten vorgekommen. Schließlich gehen wir alle (sofern kein strikter Lockdown besteht) auch in Käufhäuser und probieren Kleidung an, welche nicht nach jeder Anprobe desinfiziert wird.

Natürlich fragen die Leute nach der allgemeinen Hygiene: Ja, die Taschen werden nach Bedarf gewaschen. Manche Kunden bringen die Taschen sogar gebügelt in die Läden zurück. Aber auch jeder Einzelhändler hat bestätigt, dass er offensichtlich angeschmutzte Taschen selbst für einen Waschgang mit nach Hause nehmen würde.

Im Endeffekt handelt es sich hier um ein freiwilliges Angebot an die Kunden – keiner ist gezwungen, eine Tasche zu nehmen und im Idealfall bringt ohnehin jeder seine eigene Tasche zum Einkaufen mit.

Kann man die Taschen kaufen?

Nein, aber man kann sie „adoptieren“. Wir sind kein Verein und haben keine wirtschaftlichen Interessen. Unser Bestreben ist der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und die Vermeidung von Müll.

Für Einzelhändler sind die Taschen ebenso komplett gratis. Im Gegenteil: Boomerang Bags helfen den Händlern, den Verbrauch von eigenem Verpackungsmaterial gering zu halten, so dass dafür weniger Kosten anfallen.

Ziel ist es, die Taschen in Umlauf zu halten. Wer eine der Bags zur ständigen Benutzung an sich nehmen möchte, kann gerne einen beliebigen Betrag spenden. Alle diese Spenden haben wir bislang genutzt, um Medikamente für die Wildtierhilfe des Tierschutzvereins Meerbusch zu kaufen, so dass kleine Igel und verletzte Tauben wieder aufgepäppelt werden konnten.

Wenn später in diesem Jahr wieder Straßenfeste erlaubt sind, dann gibt es vielleicht auch einen Boomerang Bags Stand auf dem Öko-Markt in Lank…

Wir in Meerbusch

Aus persönlicher Sicht muss ich sagen, dass ich nach wie vor geplättet bin von der positiven Resonanz. Wir sind aktuell zwischen 30 und 50 Leute aus fast allen Meerbuscher Stadtteilen sowie aus Neuss und Düsseldorf, die mehr oder weniger regelmässig nähen oder anderweitig unterstützen.

Jede(r) Einzelne ist bemüht um ein lebenswertes Meerbusch und möchte einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Dieses Engagement ist sensationell und stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl in einer Zeit, in der es viele Menschen nicht so leicht haben.

Einfach einklinken!

Boomerang Bags sind keine kurzfristige Aktion, sondern eine Initiative, die wir noch lange weiterführen möchten. Ideen gibt es viele, u.a. planen wir – sobald dies wieder möglich sein wird – einen Nähtreff bei Yama-Stoffe in Neuss, wo bereits ein großer Raum auf uns wartet.

Wer mitmachen möchte – als Näher(in), Einzelhändler oder sonstiger Unterstützer, ist herzlich eingeladen!